Checkliste
Meilensteine des Hausprojekts
Diese Checkliste deckt im Groben alles ab, was es beim Hausbau zu bedenken und zu beachten gibt. Ob finanziell oder organisatorisch hilft die Liste, den Überblick zu behalten und Meilensteine des Hausbauprojekts richtig anzugehen.
Kaum jemand hat ganz genaue Vorstellungen und genug Vorwissen, um sich gleich zu Beginn beim Hausbaus mit allen gewünschten Spezifikationen festlegen zu können. Diese Checkliste deckt im Groben alles ab, was es beim Hausbau zu bedenken und zu beachten gibt.
Wenn bereits ein Grundstück erworben wurde, gilt es den Bebauungsplan auf spezifische Vorschriften zu prüfen. Darin stehen nicht selten Vorgaben zu Dachformen, Haustypen, Größe und Anbauten. Wenn keiner vorhanden ist, kann der Bebauungsplan auch ein wichtiges Merkmal für oder gegen das Grundstück sein, wenn sich die Vorgaben nicht mit den eigenen Vorstellungen decken.
Um ein Budget festlegen zu können, braucht es Kenntnisse über ungefähre Kosten und Kredittilgungsverfahrensweise. In der Regel gibt es für 10 – 20 Prozent Eigenanteil an den Hausgesamtkosten bereits günstigere Kredite und Zinsen. Ist das Grundkapital nicht vorhanden, ist es jedoch nicht mehr unüblich das Haus vollständig durch Kredite zu finanzieren.
Das vorhandene Nettoeinkommen sollte mit nicht mehr als 40 Prozent für die Tilgung und Zins genutzt werden. Mittels Baufinanzierungsrechner lassen sich ungefähre monatliche Kosten kalkulieren und so ein Budgetrahmen aufstellen beziehungsweise prüfen, wie viel ein fertiges Haus mit allen Bau- und Baunebenkosten, Einrichtung etc. kosten darf.
Wer handwerklich begabt ist und zudem die Zeit einräumen kann, sein Bauprojekt selbst mitzugestalten, kann darüber nachdenken, eine andere Ausbaustufe als schlüsselfertig zu wählen. Wer sich den Innenausbau zutraut, setzt auf ein Ausbauhaus. Wer gleich das gesamte Haus begleitet vom Anbieter mittels Bausatz aufbauen will, wählt das Bausatzhaus.
Was ist unverzichtbar, was ist gut zu haben und was ist letztlich unwichtig oder zusätzlicher Luxus? Wenn die eigenen Anforderungen an ein Haus feststehen, können individuelle Anpassungen klar benannt und vom Anbieter kalkuliert und letztlich umgesetzt werden. Der Preis variiert nach Wünschen.
gibt es für die Zukunft? Wie lange wird das Haus in Gebrauch sein, sind Kinder geplant, schon da oder bald aus dem Haus? Soll der Traum vom Kamin verwirklicht werden, eine Garage hinzukommen oder gar ein Stockwerk aufgesetzt werden? Ein Haus plant man in der Regel fürs Leben oder so, dass es möglichst gut weiterverkauft werden kann.
Vor dem Bau sollten folgende Fragen beantwortet werden:
• Sollte man das Haus möglichst barrierefrei gestalten?
• Kommen weitere Personen ins Haus oder ziehen groß gewordene Kinder aus?
• Will man einen Kamin mit Abzug haben?
• Soll eine Garage, ein Erker, ein Gartenhaus oder ähnliches später nachgebaut werden?
• Sollen Photovoltaik- oder Solarthermie-Anlagen nachträglich angebaut werden?
• Braucht das Haus einen Fahrstuhl?
• Ist eine höhere Energieeffizienzklasse mit dem Budget zu realisieren?
Es sollte genau mit dem Hersteller abklärt werden, welche Leistungen über den Preis abgedeckt sind und welche weiteren Kosten für Planung, Versicherung, Grundstück und Zinslast auf einen zukommen können. Welche Gebühren werden separat berechnet und wie ist die zu zahlende Gesamtsumme. Hausbaufirmen können mit langjähriger Erfahrung sehr genau abschätzen, welche Kosten auf den Kunden zukommen. Auch durch Beratung beim Baufinanzierer lassen sich möglicherweise unbekannte Kosten offenlegen und in Erfahrung bringen.
Setzt man beim Hausbau auf hohe Dämmwerte, spart man über Zeit Geld durch Energieeinsparung. Es gibt diverse Energiestandards, die durch die KfW-Bank gefördert werden und die höheren Initialkosten relativieren können. Es empfiehlt sich, den Energiestandard über gehobene Ausstattung zu stellen und diese nachträglich nachzurüsten.
Mit energieerzeugenden Maßnahmen lassen sich theoretisch die Nebenkosten wie Strom-, Warmwasseroder Heizkosten auf Null senken und eine Unabhängigkeit gegenüber der staatlichen Versorgung schaffen. Es gibt mit dem sogenannten Plus-Energie-Haus auch in unseren Breitengraden die Möglichkeit, mehr Energie zu erzeugen als man verbraucht und so sogar aktiv Geld mit eingespeister Energie zurück zuverdienen.
Sollte auch nur ein vorsichtiges „ja“ diese Frage beantworten, empfiehlt es sich, Antiallergene Baustoffe für den Hausbau zu verwenden. Farben, Bindemittel, Kleber oder andere Elemente gibt es allergikerfreundlich und sind bei verschiedenen Anbietern auch schon zum Standard geworden. Nachträglich Allergene zu entfernen ist schwierig, zeitlich und finanziell kostspielig.
Beim ersten Beratungsgespräch zählt der Eindruck, die Atmosphäre, der Wohlfühl- und Informationsgrad. Wie wird auf die Bedürfnisse der zukünftigen Bauleute eingegangen, wie konkret sind oder waren die Aussagen, wurden Fragen offensichtlich übergangen oder Antworten trotz Zusicherung auf Nachreichung vergessen? Die Beziehung zum Anbieter muss stimmen, sonst ist der gesamte Prozess von Unbehagen begleitet. Service ist das erste Gebot beim Hausbau, Transparenz essenziell. In Bezug auf Kosten, Möglichkeiten und Probleme sollte man mit gutem Gefühl aus dem Gespräch gehen. Es schadet nicht, bei Nichtgefallen, bei einem anderen Anbieter anzufragen.
Hinweis: Wir entscheiden weniger bewusst als vermutet | Neurowissenschaften
Pro Tag trifft jeder Mensch unzählige Entscheidungen. Wissenschaftler verschiedener Disziplinen haben ihre Theorien und Vermutungen dazu entwickelt, wie diese Entscheidungsfindung ablaufen könnte. Seit einigen Jahren haben die Kognitions- und Neurowissenschaften die Erkenntnisse revolutioniert: der weitaus grösste Teil aller Entscheidungen wird unbewusst gefällt. Das hat immense Konsequenzen für das Kundenverständnis. Es verändert alles.
Wie treffen Menschen (Kauf-)Entscheidungen?
Lange Zeit haben Vertreter der Wirtschaft und Marketingberater das Modell des “Homo Oeconomicus” propagiert und darauf die Massnahmen zur Verkaufsförderung begründet: Der Menschen wird dabei als rationales Wesen verstanden, das sich vor einer Entscheidung informiert und im Anschluss jene Option wählt, die den grössten (persönlichen) Nutzen einbringt. Dieses Modell wurde von Kognitions- und Neurowissenschaftlern glaubwürdig widerlegt.
Entscheidungen werden bei weitem nicht so rational getroffen wie vermutet. Der Grund dafür ist ein zweites System im Gehirn, das das rationale System entlastet. Es funktioniert unbewusst und steuert unbemerkt unsere Entscheidungen mit.
Erkenntnis der Neurowissenschaften: es gibt zwei Entscheidungssysteme im Gehirn
Den beiden Wissenschaftlern Daniel Kahneman und Amos Tversky verdanken wir das bessere Verständnis davon, wie Menschen Entscheidungen fällen. Für seine jahrzehntelange Forschung hat Kahneman 2002 den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften erhalten. Zu jenem Zeitpunkt war Tversky leider bereits verstorben. Im Buch “Schnelles Denken, langsames Denken” erklärt Kahneman, dass dem Menschen zwei Systeme zum Treffen von Entscheidungen zur Verfügung stehen:
System 1: Schnell, immer aktiv, emotional, unbewusst
System 1 ist immer aktiviert und es funktioniert ohne unser Zutun bzw. Bewusstsein. Es läuft sozusagen automatisch. In diesem System spielen Emotionen eine wichtige Rolle. Nicht selten basieren die von System 1 getroffenen Entscheidungen auf Gewohnheiten und Stereotypen. Entsprechend sind die Entscheidungen von System bei weitem nicht immer perfekt. Im Gegenteil. Und dennoch – in den meisten Fällen sind die Resultate völlig ausreichend und zufriedenstellend. Das schnelle Denken bietet den Vorteil, dass es wenig Zeit in Anspruch nimmt, wir also rasch entscheiden.
System 2: Langsam, schnell müde, logisch, bewusst
System 2 muss bewusst aktiviert werden. Sprich wir sind uns bewusst, wenn wir es anwenden. In diesem System verhalten wir uns logisch und wägen die verschiedenen Alternativen genau ab. Folglich sinkt die Anfälligkeit für falsche Entscheidungen und auch die Gefahr auf Stereotypen reinzufallen. Der Preis dafür ist jedoch recht hoch: Wir müssen unser Gehirn anstrengen, was ermüdend ist und verhältnismässig viel Energie kostet. Deshalb kommt das langsame Denken von System 2 seltener zum Einsatz als es eigentlich sinnvoll wäre.
Lassen sich diese Systeme im Gehirn lokalisieren?
Neurologische Untersuchungen haben gezeigt, dass die beiden Entscheidungssysteme in unterschiedlichen Gehirnarealen repräsentiert sind. Dies kann mit sogenannten bildgebenden Verfahren (fMRI, PET) sichtbar gemacht werden: Das langsame und rationale Denken, das System 2, findet im Neokortex statt. Er besteht aus grauer Substanz und enthält mehrere Milliarden Neuronen. Das schnelle und intuitive Denken findet in einem tiefer liegenden Bereich des Gehirns statt. Das schnelle Entscheiden hängt mit der Aktivierung der Amygdala zusammen, welche von manchen Autoren als Teil des limbischen Systems betrachtet wird.
Die heimliche Macht des Unbewussten
Es gibt einen intensiven Diskurs darüber, wie gross der Anteil von System 1 ist. Während die einen von 80% sprechen, gehen andere von 85% aus, andere gar von 90%. Wie auch immer – wenn eine Entscheidung getroffen werden muss, führt kein Weg an System 1 vorbei. Sprich unsere Entscheidungen verfügen immer über eine hohe unbewusste, emotionale Komponente.
In der Forschung wird davon ausgegangen, dass der Mensch, sofern Bedarf ist, jederzeit System 2 dazu schalten kann, um zu übernehmen und eine Entscheidung zu verifizieren. Gleichzeitig wird aber auch darauf hingewiesen, dass es für das logische, bewusste System gar nicht so einfach ist, sich gegen das emotionale, unbewusste System durchzusetzen.
Wenn es um eine Entscheidung geht, bei der es objektiv eine richtige bzw. eine falsche gibt und System 2 es nicht gelingt, sich durchzusetzen, spricht man von kognitiven Verzerrungen. Diese werden von der Person, die ihnen verfällt, nicht bewusst wahrgenommen und basieren auf kognitiven Heuristiken. Aber nicht bei jeder Entscheidung geht es um richtig oder falsch. Nur zu oft geht es lediglich um eine Wahl: A oder B? Oder auch die Wahl zwischen mehreren Optionen. Hier schaltet sich System 2 weitaus weniger oft ein und die Entscheidung fällt durch System 1. Das hat Konsequenzen.
Die Konsequenzen für die Kundenansprache
Wer die Kunden von den eigenen Angeboten begeistern will, muss begreifen, dass es nicht reicht, System 2 anzusprechen. Wem es dagegen gelingt, emotional zu kommunizieren und damit System 1 anzusprechen, hat weitaus höhere Chancen bei der Kundengewinnung.
Doch welche Emotionen und Werte entfalten bei wem welche Wirkungen? Und wie können diese Emotionen über Farben, Formen, Schriften und Texte ausgelöst werden? Die Antwort ist einfach und schwierig zugleich: Indem man sich mit der Kunden auseinandersetzt und herausfindet, was diese antreibt und welche Werte und Emotionen von Bedeutung sind.
Quellen: Kahneman, D. (2012). Schnelles denken, langsames Denken. Siedler Verlag