Zertifikate

LEED

LEED – Leadership in Energy and Environmental Design

Es ist mittlerweile bekannt, dass der Bausektor enorme Einwirkungen bei dem Ressourcenverbrauch hat.

Landesweit gesehen verwendet der Hochbau, laut Daten, die von den wichtigsten Forschungsinstituten veröffentlicht wurden, 40% Energie, 40% der natürlichen Ressourcen (Rohstoffe und Materialien) und erzeugt 25% Abfall, ohne dabei von der Wärmestreuung der Gebäude zu sprechen, die von deren schlechten Wärmedämmung verursacht wird.

Die Europäische Union hat Ziele festgelegt, die das Problem der Umweltverschmutzung eindämmen und den Energieverbrauch drastisch verringern sollen. Die Einhaltung der von der Vorschrift aufgelegten Parameter setzt eine neue Denkart für die architektonische Gestaltung und die Urbanisierung des Gebiets voraus und richtet diese nach Organisations- und Verwaltungsschemas des Projekts aus, die von nachhaltigen Ansätzen und Vorgehensweisen abstammen.

Parallel dazu liefert in den USA der Green Building Council, eine Behörde, die sich um die Förderung der „Best Practices“ der Nachhaltigkeit am Bau kümmert und die Kenntnisse bezogen auf den Umweltschutz verbreitet, ein Mittel, mit dem man die Umwelteinwirkungen der Gebäude messen kann.

Was bedeutet Nachhaltigkeit?

Nachhaltige Entwicklung ist die Entwicklung, die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. (World Commission on Environment and Development, 1987, Report “Our Common Future”) Seit 1999, dem Jahr, in dem zum ersten Mal das LEED Green Building rating System for New Construction veröffentlicht wurde, ist es eine wichtige Hilfe für die Bauprofis und allgemein für alle Interessenvertreter, denn sie ermöglicht es ihnen, die Nutzen der nachhaltigen Vorgehensweise zu steigern. Auch in Italien wird an der Einführung des Zertifizierungssystems LEED gearbeitet.

Wie funktioniert LEED?

LEED® (Leadership in Energy and Environmental Design) Green Building Rating System™ ist ein Programm zur freiwilligen Zertifizierung, die darauf zielt, die hohen Leistungen nachhaltiger Bauten zu stärken und zu fördern. Anhand der Gebäudebewertung hat der Planer die Möglichkeit, sofort die Tragweite seiner gestalterischen Entscheidungen bezogen auf Umwelteinwirkungen zu kennen, die in fünf Kategorien unterteilt sind, die die Gesundheit von Mensch und Umwelt betreffen und einbeziehen. Die Kategorien sind wiederum in Anforderungen unterteilt, die auf wissenschaftlicher Grundlage bewertet werden und sind:

  • Nachhaltige Baustellen
  • Wassereffizienz
  • Energie und Atmosphäre
  • Materialien und Ressourcen
  • Luftqualität im Gebäude
  • Innovation und Designprozess


Eine sechste Kategorie – Innovation und Designprozess – umfasst die Probleme, die nicht in den anderen Kategorien inbegriffen sind, wie beispielsweise die Akustik, die Nutzung durch die Gemeinschaft und andere Faktoren, die von Mal zu Mal je nach Bautyp variieren können.

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Tabelle 1 
ANFORDERUNGENPunkte
Nachhaltige Baustelle8-14
Voraussetzung: Erosionskontrolle des Bodens und der Sedimente
Baustellenwahl1
Stadtentwicklung1
Verbesserung der Bodenqualität1
Alternativer Transport1-4
Verringerung des Baustellenlärms1-2
Regenwasserverwaltung1-2
Planung von offenen Plätzen zur Verringerung der Wärmeinseln1-2
Verringerung der Verschmutzung1
Wassereffizienz3-5
Effiziente Verwaltung des Wassers der Außenanlagen1-2
Innovative Technologien zur Wasserrückgewinnung1
Verringerung des Wasserverbrauchs1-2
Energie und Atmosphäre7-17
Voraussetzung 1: Planung von Systemen zur energetischen Gebäudeüberwachung
Voraussetzung 2: Mindestenergiestandards
Voraussetzung 3: Verringerung von FCKW in den Lüftungs- und Klimaanlagen
Energieleistungen verbessern2-10
Verwendung erneuerbarer Energiequellen1-3
Gebäudeüberwachung1
Verringerung der Treibhausgase zur Erfüllung des Protokolls von Montreal1
Messung und Überwachung der Resultate1
Förderung der Verwendung sauberer Energien1
Materialien und Ressourcen7-13
Voraussetzung: Wertstofftrennung der Materialien und des recyclebaren Abfalls
Recycling im Gebäude1-2
Verwaltung des Bauabfalls1-2
Wiederverwertung der Ressourcen1-2
Recycling1-2
Verwendung lokaler oder regionaler Materialien1-2
Verwendung von schnell nachwachsenden Materialien1
Verwendung von zertifiziertem Holz1
Luftqualität im Gebäude8-15
Voraussetzung 1: Mindestluftqualität im Gebäude
Voraussetzung 2: Kontrolle von Tabakrauch
Überwachung der CO2-Emissionen1
Begünstigung der Innenlüftung der Gebäude1
Verwaltungsplan der Konstruktion zur Sicherung der Luftqualität im Gebäude1-2
Verwendung von Materialien mit geringen Emissionen1-4
Kontrolle der chemischen Verschmutzungsquellen der Innenluft1
Steuersysteme1-2
Wärmekomfort1-2
Tageslicht und Aussicht1-2

Zusammenfassung der LEED – Bewertungstabelle

Die Summe der in jeder Kategorie erhaltenen Punkte bildet die Bewertungsgrundlage des Gebäudes, die von einem Mindestwert von 26 Punkten bis zu einer Höchstzahl von 69 Punkten geht und dabei das Gebäude von zufriedenstellend bis mittelmäßig definiert.

Die Gebäude werden im Einzelnen folgendermaßen unterteilt:

  • Basis-Zertifizierung ( Certified, 26 – 32 Punkte)
  • Silber-Zertifizierung (Silver / 33-38 Punkte)
  • Gold-Zertifizierung (Gold / 39-51 Punkte)
  • Platin-Zertifizierung (Platinum / 52-69 Punkte)

Wem nützt LEED?

Architekten, Ingenieure, Planer, Maklerbüros, Bauunternehmen, Interior Designer, Landschaftsplaner, Verwaltungen, Schulbehörden können das LEED-System verwenden, um die gute Praxis der nachhaltigen Gestaltung zu unterstützen, denn diese Praktiken haben nicht nur eine positive Auswirkung auf die menschliche Gesundheit und den Planeten, sondern tragen auch dazu bei, die passiven Kosten zu mindern, die die Gemeinschaft täglich zu zahlen hat.

Die freiwillige Zertifizierung bringt zahlreiche Vorteile auch für denjenigen, der sie umsetzt.

Sie ist sicherlich eine Gelegenheit, um sich als Bezugspunkt für die Berufswelt zu profilieren, die im Rahmen der Bioarchitektur arbeitet und bietet die Möglichkeit, in das Netzwerk des nachhaltigen Baus einzutreten, das über die Landesgrenzen hinaus geht.

Es geht hier also um eine Maßnahme, die die eigene Wettbewerbsfähigkeit auf dem Markt steigert.

So geschieht es in den USA beispielsweise häufig, dass die Medien die Projekte bekannt geben, die sich durch eine hohe Punktzahl bei der LEED-Zertifizierung auszeichnen und somit zu Studienfällen und Beispielen für weitere Bauten werden. Bei den Unternehmen ist die LEED-Zertifizierung vor allem ein Attest der Transparenz gegenüber der eigenen Kundschaft. Die Kundenzufriedenheit, eines der wichtigsten Unternehmensziele, wird nur dank des hohen Qualitätsniveaus der von den Firmen produzierten Resultate erhalten.

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