Bauen mit Lehm

Warum wir mit Lehm bauen.

Öko­lo­gisch, ge­sund und ein­satz­fä­hig

Wie kein an­de­rer Bau­stoff er­füllt Lehm öko­lo­gi­sche und bau­bio­lo­gi­sche An­for­de­run­gen. Er ist ört­lich ver­füg­bar, schont Res­sour­cen und ist be­lie­big wie­der ver­wert­bar. In der Herstel­lung be­nö­tigt er wenig En­er­gie, er ist an­ge­nehm zu ver­ar­bei­ten und gibt keine Schadstof­fe ab. Als Bau­stoff ver­bes­sert Lehm ent­schei­dend das Raum­kli­ma. Durch die Auf­nah­me und Ab­ga­be von Was­ser­dampf re­gu­liert er die Luft­feuch­tig­keit auf na­tür­li­che Weise. Zudem bie­tet er durch seine Masse eine gute Schall­däm­mung und wär­me­spei­chern­de Ei­genschaf­ten

Viel­fäl­tig und wan­del­bar

Als loses Roh­ma­te­ri­al lässt sich Lehm viel­fäl­tig für die ver­schie­dens­ten Ein­satz­ge­bie­te auf­be­rei­ten. Er kann als Schüt­tung in Zwi­schen­bö­den ein­ge­bracht wer­den, als Mör­tel oder Putz­mi­schung ver­ar­bei­tet oder zu Stei­nen oder Plat­ten ge­formt wer­den. Er lässt sich auch erd­feucht zu mas­si­ven Wand­kon­struk­tio­nen stamp­fen. Eine Viel­zahl ver­schie­de­ner Zu­sätze wie Stroh- oder Holz­häck­sel, Hanf­fa­sern oder Ho­bel­spä­ne sor­gen für un­ter­schied­li­che Fes­tig­kei­ten, Elas­ti­zi­tät oder wär­me­däm­men­de / wär­me­spei­chern­de Ei­gen­schaf­ten.

Lehm ist un­schäd­lich für die Haut. Auf­grund sei­ner Bin­de­kraft und sei­ner plas­ti­schen Form­bar­keit lässt sich Lehm­putz wie kaum ein an­de­res Bau­ma­te­ri­al mo­del­lie­ren und auch in gro­ßen Schicht­stär­ken auf­tra­gen.

Welche Eigenschaften haben Baustoffe aus Lehm?

Der Baustoff Lehm hat eine Reihe besonderer Eigenschaften: Lehm trocknet an der Luft aus und wird dadurch fest. Im Gegensatz zum Beton oder zu Kalk- und Gipsmörteln kann trockener Lehm durch Wasserzugabe wieder plastisch gemacht werden. Der beliebig oft wiederholbare Erhärtungs- und Erweichungsmechanismus ist eine Eigenschaft, die ein Recycling des Materials mit wenig zusätzlicher Energie ermöglicht. Er stellt auch eine besondere ökologische Qualität des Lehms als Baustoff dar.

Bauen mit Lehm: 10 Gründe für den wiederentdeckten Baustoff

1 Nachhaltigkeit

Als natürlicher Baustoff ist Lehm beliebig wiederverwendbar, ressourcenschonend und fast überall verfügbar. Lange Transportwege entfallen, die Verarbeitung erfolgt ohne den Zusatz von chemischen Stoffen. Die wärmespeichernden Eigenschaften reduzieren den Heizaufwand und helfen, Energiekosten einzusparen.

2 Dämmung

Lehmbaustoffe sind zwar keine Dämmstoffe, aber mit Ihnen lassen sich optimale Techniken insbesondere zur Innendämmung von Fachwerkhäusern und anderen Altbauten ausführen. Solche modernen Innendämmsysteme in Kombination mit Lehm sorgen in Sommer und Winter für angenehme Temperaturen.

3 Raumklima

Lehmbaustoffe sind diffusionsoffen und haben eine optimale Sorptionsfähigkeit. Das macht sie zu natürlichen Klimaanlagen: Die relative Luftfeuchtigkeit von 70 Prozent sollte in Wohnräumen nicht überschritten werden. Lehmputze nehmen Wasserdampf auf und geben diesen wieder an die Raumluft ab. Damit regulieren sie selbständig und auf völlig natürliche Weise das Raumklima. Die relative Luftfeuchtigkeit pendelt sich zwischen 45 und 55 Prozent ein. Das verhindert Schimmelbildung. Die im Lehm enthaltenen Tonminerale lassen unangenehme Gerüche gar nicht erst entstehen.

4 Kreativität

Individuelle Formen, raffinierte Oberflächenstrukturen: Lehm ist ein Verwandlungskünstler. Er verfestigt sich, indem er trocknet. Durch Zugabe von Wasser wird er wieder plastisch und formbar. Das eröffnet Bauherren und Hausbauern vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten für den Innen- und Außenbereich.

5 Einfache Verarbeitung

Moderne Mischungen des alten Baustoffs erleichtern die Verarbeitung und Anwendung. Das macht Lehm zur attraktiven Alternative für Neu- und Umbauarbeiten. Da der Baustoff nicht chemisch abbindet, sondern physikalisch trocknet, ermöglicht er Handwerkern ein zeitunabhängiges und flexibles Arbeiten. Das Material ist hautfreundlich und kann mit klarem Wasser leicht abgewaschen werden.

6 Holzschutz

Die Gleichgewichtsfeuchte von Lehm ist niedrig. Dadurch werden Hölzer, die in Verbindung mit Lehm eingebaut sind, trocken gehalten. Der Lehm hält Holz trocken und sorgt dafür, dass es nicht von Pilzen oder Insekten befallen wird.

7 Feuchtetransportierend:

Lehmbaustoffe haben eine hohe kapillare Leitfähigkeit bei niedriger Ausgleichs- feuchte. Sie sind daher besonders gut geeignet für die Ausfachungen bei der Sanierung von Fachwerkbauten. Man kann mit ihnen darüber hinaus Innen- dämmungen ausführen, für die keine Wasserdampfbremsen notwendig sind.

8 Wärmespeichernd

Das Wärmespeichervermögen schwerer Lehmbauteile bewirkt eine Harmonisierung von Lufttemperaturschwankungen in Innen- räumen von Gebäuden, die in leichter Bauweise errichtet wurden.1 Wulf Eckermann und Christof Ziegert: Auswirkung von Lehmbaustoffen auf die Raumluftfeuchte, 2006, zu beziehen über den Dachverband Lehm e.V.

9 Reduzierung hochfrequenter Strahlung

Wie neue wissenschaftliche Untersuchungen belegen, tragen Lehmbaustoffe, im Vergleich zu anderen mineralischen Baustoffen, bei ausreichend bemessenen Schichtstärken zu einer besseren Abschirmung gegen hochfrequente, elektromagnetische Strahlung bei, wie sie z.B. von Mobilfunksendeanlagen und schnurlosen DECT-Telefonen ausgeht.

10 Ästhetisch

Lehmbaustoffe eignen sich besonders für kreative Innenraumgestaltung im kompletten Spektrum der natürlichen Farben. In warmen Naturfarben belassene Lehmbaustoffe sind ansprechend und wohltuend für das menschliche Empfinden.

Tabelle - Lehmbau
Ungeformte LehmbaustoffeGeformt
BauteilStampflehmWellerlehmStrohlehmLeichtlehmLehmschüttungLehmmörtelLehmsteineLehmplatten
Fußbodenjaja
Wand – tragendjajajaja
Wand – nichttragendjajajajajajaja
Decken & Dachjajajajaja
Trockenbaujaja
Putzejajaja

3 Aspekte, die Sie beim Lehmbau im Blick behalten sollten

Den vielen Vorteilen stehen wenige Nachteile gegenüber. Diese sollten Sie in Ihre Überlegungen bei der Auswahl des Baustoffs einbeziehen.

Polyesterfaser

Bei selbst hergestellten Mischungen ist zu beachten: Durch die Verdunstung des Anmachwassers reduziert sich das Volumen von Lehm. Es entstehen sogenannte Trocken- und Schwindrisse. Das lineare Trockenschwindmaß beträgt bei Naßlehmverfahren etwa 3 bis 12 Prozent und bei Stampflehm 0,4 bis 2 Prozent. Was hilft gegen das Schwinden? Zum einen kann der Wasser- und Tonanteil reduziert werden, zum anderen lässt sich die Zusammensetzung des Korns optimieren. Bei im Werk hergestellten Produkten sind die Mischungen bereits nach DIN optimiert.

Polystyrol

Lehm muss, ähnlich wie Gips, vor Regen und vor Frost geschützt werden. Ein dauerhafter Schutz von Lehmaußenwänden kann durch konstruktive Maßnahmen wie einen Dachüberstand sowie durch Behandeln der Lehmoberfläche erreicht werden. Jedoch werden Lehmbaustoffe heutzutage fast ausschließlich im Innenbereich eingesetzt.

Polyurethan (PUR) / Polyisocyanurat (PIR)

Mineralische Stoffe können natürliche Radioaktivität aufweisen. Manche Ton-Rohstoffe der keramischen Industrie haben eine vergleichsweise hohe Eigenstrahlung. Die in Deutschland für das Bauen genutzten Lehmsorten sind aber aller Erfahrung nach unauffällig. Die Lehmbaustoffnormen DIN 18945-47 fordern die Hersteller zur Prüfung auf, die meisten lassen ihre Produkte entsprechend untersuchen.

Vereinbaren Sie einen Beratungstermin!